23
Jan

97 | wie veranstaltet man eigentlich ein Festival?

Vor 2 Jahren hatte ich für die Jugendgruppe der Kirche am Wandsbeker Markt den Partyraum neu gestaltet (ist auch ganz gut geworden). Als Danke hätte ich dann da was drinne’ veranstalten können, für lau halt. Hatte dann auch schon Pläne gemacht mit Kai. “Output” sollte das heißen, so ‘ne kleine Vernissage, einfach wir und ein paar Freunde. So ‘n bisschen Kunst ausstellen halt, du weißt schon. Dann hatte bei der Kirche auf einmal die Leitung gewechselt. Und die neue Leitung war der Meinung, mit ihr wäre das jetz’ aber nich’ abgesprochen gewesen ne. Damit war “Output” erstmal Geschichte. Und der Grundstein für das “ABC-Festival” gelegt.

Erstmal war ja Abi. Da hatte man ja anderes zu tuen. Und danach kam plötzlich dieses Beschäftigungsvakuum. Irgendwie hatten wir uns gedacht, dass wir das ja nochmal versuchen könnten, mit “Output”. Halt in einer anderen Location. Hatten es erst am Oberhafen versucht. Dann hatte jemand gemeint, wir sollten mal in der Fabrique im Gänge vorbeischauen, immer Dienstags sei da offenes Plenum. Und so sind wir da dann reingestiefelt.

Und die fanden das irgendwie ganz gut, was aus “Output” geworden war. Wir hatten jetzt vor, viermal im Jahr, einen Tag lang ein paar Künstler auszustellen und danach dann noch ein paar DJ’s zu haben. “After-Art-Party” hieß das schon im “Output” Konzept. ‘Nen neuen Namen gab’s noch gar nicht. Im Fabrique-Planer stand das dann erstmal als “Das Mikrofestival”. Aber jetzt hatten wir 4 Termine in 2019. Es war Hochsommer und der 02. Februar war weit, weit weg.

Wir waren jetzt sowas wie Festival-Veranstalter. Also eigentlich nicht nur so etwas wie, sondern einfach: Festival-Veranstalter. Wir hatten keinen Namen, keine Künstler, kein Budget und keine Bekanntheit. Aber sonst nichts zu tuen, ziemlich viel Laune, ne Location und einen Termin, bis zu dem wir alles andere haben mussten. 02. Februar.

Auf 150€ Budget hatten wir uns dann geeinigt. Jeder 50€. Jeder heißt Kai, Till (der war inzwischen dazu gekommen) und ich halt. Dann haben wir einfach angefangen. Und plötzlich ging alles ganz schnell. Von überall her kamen immer noch mehr Leute. Aber wer sagt denn auch nein, wenn man ihn fragt: “Ey haste Bock, deine Sachen auszustellen?”. Im Nachhinein wunder’ ich mich, warum nicht viel mehr Leute Festivals veranstalten. Ich meine, dafür musst du ja nur:

  • Einen Namen finden
  • Ein Logo machen
  • Eine Webseite machen
  • Eine Facebook-Veranstaltung machen
  • Einen Instagram-Account erstellen
  • Einen Instagram-Account aktiv führen
  • Künstler finden
  • Dich mit den Künstlern treffen
  • DJs finden
  • Demos von den DJs hören
  • Ein Programm machen
  • Sticker drucken
  • Plakate drucken
  • Auf Instagram Werbung machen
  • Auf Facebook Werbung machen
  • Allen davon erzählen
  • Irgendwie Erfahrung in der Location sammeln
  • Technik bekommen
  • Techniker bekommen
  • Leute für die Bar finden
  • Leute für den Einlass finden
  • Leute für die Awareness finden
  • Türsteher finden
  • Einen Stempel (für den Einlass) machen
  • Einen Schichtplan machen
  • WhatsApp Gruppen machen
  • Alle irgendwie an einen Ort bekommen um alles zu besprechen
  • So Umhänge-Karten für Crew, Orga und Awareness machen
  • Plakate für drinnen machen, wo du Werbung für dich selber machst
  • Die Kunst aufhängen
  • Die Kunst danach auch wieder abhängen
  • Dich um Drinks kümmern
  • Eine Gästeliste machen
  • Gäste einladen
  • Infotexte schreiben
  • Jemanden finden, der das ganze dokumentiert (Danke, Konrad!)
  • Alle koordinieren
  • Das ganze Ding veranstalten
  • Danach aufräumen
  • Für alles gerade stehen
  • Danach noch Lust auf das nächste Mal haben

Und das klingt jetzt komplett irre. Ich meine, wir sind zu dritt mit 150€ Budget. Aber wir haben das alles geschafft! Echt jetzt! Am 02. Februar, von 16 Uhr bis 08 Uhr findet das erste ABC-Festival in der Fabrique im Gängeviertel statt. Und du bist herzlich eingeladen! Infos und Programm findest du auf abcfestival.de, auf unserem Instagram und auf Facebook.

Was heißt eigentlich ABC-Festival? Alternativer BastelClub. Dass wir direkt an der ABC-Straße sitzen, das haben wir erst neulich erfahren.

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