28
Mar

111 | Alita: Battle Angel, Review

Montag, ich bin wieder krank. Nur leicht, aber ich kenne das Gefühl, das Gefühl von vor einer Woche Montag und Dienstag vorletzte Woche war ich dann richtig krank. Ich bin verabredet, ins Kino zu gehen und ich hatte mich schon gefreut auf “Alita: Battle Angel”, Adaption des Mangas GUNNM (engl. Battle Angel Alita).

Ich weiß, dass ich morgen, Dienstag dieser Woche auch wieder richtig krank sein werde und es passt diese Woche genausowenig wir vorletzte Woche, vielleicht noch schlechter. Ich schone mich den Tag über. Ins Kino werden wir’s noch schaffen. Ibuprofen und ich. Schal, Mütze, dicke Jacke, ich schwitze in der U-Bahn, soll ja gesund sein. Erst gehen wir indisch essen, so viel, dass wir es ein bisschen bereuen danach. Also mit Bauchschmerzen und wattigem Kopf betrete ich den Kinosaal und als der Film anfängt, bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich in meinem Zustand so harte Action abkönnen werde.

Der Film beginnt mit Christoph Waltz im Indiana Jones Aufzug. Er sucht auf dem Schrottplatz, erzeugt von den Bewohnern der unerreichbar im Himmel verankerten 1%-VIP-Lounge Zalem, nach brauchbarer Elektronik, denn er ist, wie sich herausstellt, Nr. 1 Wiz-Kid Cyborg-Doktor der Stadt und auch noch sehr großherzig, und braucht deswegen viel Nachschub an Teilen, denn seine Kunden können oft nicht zahlen, bzw. nur in Orangen. Durch ein großes Loch in der fliegenden Insel über dem Doktor regnet rücksichtslos Müll auf die Slums der restlichen Welt herunter, doch heute soll es kein normaler Müll sein. Der Doktor findet den hochwertigen Kopf eines Cyborg-Mädchens, inkluxive Herz.

Bei sich im Labor angekommen in einen herumliegenden Körper eingefasst und auf Alita getauft (Kein Babynamengenerator, hat Bedeutung für den Doktor), nimmt ihre Geschichte ihren Lauf. Alita macht sich schnell sehr selbstständig, rennt sofort in süße Jungs und entdeckt auch bald danach, dass sie die lang vergessene Panzerkunst beherscht, eine Kampftechnik, altertümlich und mächtig, mit der sie reflexartig alles in ihrem Weg stehende zu zerhauen vermag.

“Alita: Battle Angel”, als Name so platt wie unangemessen im Film. Kein Name für einen Science Fiction Film, der ernstgenommen werden will, dachte ich. Aber das will Alita glaub ich auch garnicht. Der Film macht wenig neu. Er remixt. Eine Welt zusammengewürfelt aus Anime-Action-Battles und Dystopie-Prämissen und Ästhetika, die schon an anderer Stelle mal da waren. An verschiedensten Ecken scheinen Einflüsse, deren Ursprung oder deren Nachhall man schon einmal gesehen oder wahrgenommen zu haben meint. Blade Runner und Ghost in the Shell, mit Mind-Hacking und Klassengesellschaft. Stark fühlt man sich lustigerweise auch an das deutsche Point-and-Click Adventure Deponia erinnert, dessen schwebende Insel der reicher und Schöneren Elysium der von Alita ästhetisch, sowie funktional sehr ähnelt.

Der Film sieht gut aus. Unser Hauptcharakter, Cyborg Alita ist mit Hilfe von Motion Capture aus den Bewegungen einer echten Schauspielerin animiert und sieht, mit nur mittel-großen Anime-Augen, neben den echten Menschen nicht so absurd aus, wie vermutet. Das CGI ist einwandfrei, die Action erinnert an die besten Zeiten als junger Jugendlicher, vor dem Fernseher, Anime gucken, folgenlange Battles, mit Steigerungen und Steigerungen, bis Atombomben nach Hause gehen. In Alita bleibt es dezenter, hat aber einen ähnlichen, offensichtlich verwandten Charakter. Wirklich Sorgen, dass Alitas Panzerkunst versagen könnte, macht man sich eigentlich nie. Aber es bleibt trotzdem spannend genug. “Alita: Battle Angel” ist kein besonders intellektueller Film, kein bahnbrechender, kein wichtiger. Macht aber großen Spaß, wenn man an sowas halt Spaß hat.

Das Ende des Films verweist noch einmal stolz auf seine Manga-Ursprünge und, in altbekannter Animemanier, endet genau dann, als es grade richtig geil wird. Alita kriegt nämlich noch einen zweiten/dritten? (vierten???) Teil. Nostalgisch.

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