08
Jan

94 | A man lost in time wie im KaDeWe

An den Kultfilm von Nicolas Roeg aus ‘76 schließt sich Lazarus an. Der irische Dramatiker Enda Walsh schrieb um eine Sammlung Bowie Songs ein Stück, das den Zwischenwelt-Aufenthalt eines Aliens und sein Hadern mit Menschheit und Sterblichkeit elaboriert. Das wirre Ergebnis war bis vor kurzem am Deutschen Schauspielhaus zu sehen und kam dem Film zumindest dahingehend nahe, dass alles eigentlich durchgehend auf 10g Kokain war und keine wirkliche Schirmung davon hatte, wo es sich gerade befindet. Ungefähr so wie Bowie nach eigener Aussage am Set von “Der Mann, der vom Himmel fiel”.

29
Dec

92 | Notizen zu Lazarus (D)

Zusammen mit dem Iren Enda Walsh schrieb David Bowie kurz vor seinem Tod ein Musical, das an die Geschichte des Films “Der Mann, der vom Himmel fiel” von Nicolas Roeg anknüpfte, in dem Bowie die gleichnamige Hauptrolle spielte. Newton, auf die Erde gesandt um Wasser zu finden, verliebt sich, scheitert an der menschlichen Zivilisation und verweilt als Unsterblicher unter uns. Seine Dämonen verfolgen ihn, er bezwingt sie (vermeintlich) mit Gin und Frühstücksflocken. Am Deutschen Schauspielhaus aufgeführt als Spektakel in der Zwischenwelt, das sind die Notizen, komplette Kritik kommt die Tage. Aktueller Arbeitstitel: “A man lost in time wie im KDW”.

13
Jun

60 | Es wird Herta

Mein strukturiertes Leben hat gestern um 11 Uhr geendet. Ich hatte meinem Deutschlehrer versprochen (oder gedroht, je nachdem, wen man fragt), dass, wenn ich schon mit den Schriftlichen bestehen würde, ich bei der Mündlichen komplett abdrehen würde. Feuerwerk. Mein Ziel für die mündliche Prüfung in Deutsch war, eine Prüfung zu halten, die keine ist, noch eine sein will. Die sich dem Zugriff durch schulische Bewertungssysteme komplett entzieht und sich trotzdem an alle Konventionen hält. Und so als Prüfung bewertbar bleibt. Die ich für mich und nicht für die Punkte mache. Ich wollte etwas erschaffen, was ab dann immer als das: “Ja, das geht” in Erinnerung bleibt. Etwas machen, was noch nie jemand gemacht hat. Und so habe ich meine mündliche Prüfung als ein 15-Minütiges Konzepttheaterstück inszeniert, in dem ich mich selber verhöre.

15
May

52 | Vierzig zu Eins

Gestern Abend war ich noch im Thalia, in “Panikherz”. Handelt von einem magersüchtigen Rolling-Stone Reporter, der seine Magersucht mit Kokain überkommt und nebenbei ein riesen Lindenberg Fan ist. Der Satz, der für mich definierend war: “Ich stecke mir die elektrische Zahnbürste in den Kopf”. Technisch richtig, der Mund ist Teil des Kopfes, und doch irgendwie unangenehm, diese Formulierung. Aber es ist doch so. Das ist kein Mund mehr. Das ist bloß eine Körperöffnung.

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