20
Feb

102 | ABC-Festival, der Samstag

11:17
K: “Hallo Johannes, hier ist Kai. Ich steh gerade mit circa 20 Leuten vor der Fabrique. Wo bist du gerade.”
J: “Bett.”

12:09
Wir haben noch 2 Stunden, dann ist Vernissage.

12:17
Sina bringt ihre Tierköpfe vorbei. Die waren gestern noch in Braunschweig.

12:45
So zwei Heinis helfen uns beim Aufbau und wollen dann Freibier danach. Wir denken uns easy. Aber die hatten Hausverbot, erfahren wir später.

12:51
Marlon und Malte sind da. Und haben noch zwei Leinwände dabei. Oh. Und eine Neonröhre mit Wackelkontakt und Betonfuß. Oh oh.

13:21
Ich hänge jetzt hinter der Schreibmaschine und tippe für alle Sachen noch schnell so kleine Schildchen.

13:33
Die Betonleuchte hat keinen Wackelkontakt mehr. Wir treten gegen. Es passiert nichts. Wir sind jetzt traurig.

13:59
Wir sind never ever um 14 Uhr durch.

17
Feb

101 | ABC-Festival, der Freitag

11:03 J: “Jo, Kai, ich bin ein bisschen später, willst du auch einen Kaffee” K: “Bin auch etwas später” J: “Aber willst du jetzt einen Kaffee oder nicht?” K: “Bin so ne Dreiviertelstunde später” J: “Ja dann nicht, da wird der kalt” 11:31 Ich spüle. Habe neue Spülschwämme und Spülmittel und (irgendwie leicht feuchte) Lappen mitgebracht. 11:49 Kai ist jetzt da. 13:57 Till ist jetzt da. 14:03 Die fahren jetzt Beleuchtung holen.

01
Feb

99 | ABC-Festival, der Donnerstag

17:03
“Schrauben und Dübel seh ich hier nicht.”

17:29
Carsten zeigt uns das MOM. Wir hätten auch sehr gerne saubere Wände und Tageslicht. Wir haben kostenlosen Weißwein.

17:56
Lenni und Daniel basteln ein bisschen an der Technik.

18:23
Wir gehen zu Karstadt und kaufen ein: Stempelkissen, Moosgummi (für den Stempel).

18:29
Wir gehen zu Claas Olson und kaufen: Straßenmalkreide.

18:36
Wir gehen zu Idee und kaufen: alle Architektenklammern.

23
Jan

97 | wie veranstaltet man eigentlich ein Festival?

Vor 2 Jahren hatte ich für die Jugendgruppe der Kirche am Wandsbeker Markt den Partyraum neu gestaltet (ist auch ganz gut geworden). Als Danke hätte ich dann da was drinne’ veranstalten können, für lau halt. Hatte dann auch schon Pläne gemacht mit Kai. “Output” sollte das heißen, so ‘ne kleine Vernissage, einfach wir und ein paar Freunde. So ‘n bisschen Kunst ausstellen halt, du weißt schon. Dann hatte bei der Kirche auf einmal die Leitung gewechselt. Und die neue Leitung war der Meinung, mit ihr wäre das jetz’ aber nich’ abgesprochen gewesen ne. Damit war “Output” erstmal Geschichte. Und der Grundstein für das “ABC-Festival” gelegt.

10
Jan

95 | Kleine Gesten im Kleinen Saal

Gabriel Prokofiev ist ein großer Mann. Mit einem großen Namen. Prokofiev, Gesundheit. Das ältere Ehepaar, das schon nach dem String Quartet No. 1 flüchtet, hatte wahrscheinlich nur eben diesen Nachnamen im Programm gesehen. Prokofiev, Gesundheit. Über den wollte Gabriel Prokofiev sich lange Jahre nicht definieren lassen. Erst unter eigenem Label, nonclassical, traute er sich, unter seinem echten Namen zu veröffentlichen. Aber mit Sergei Prokofjew verbindet ihn auch nur die Verwandtschaft. Denn Gabriels Wohnung wird bewacht von der Avant-Garde, er ist Grenzschmuggler, Wanderer auf dem Grat, bestellt unermüdlich das Spannungsfeld zwischen Klassik und Elektronik, die sich sonst so konträr begegnen. Er schreibt klassische Stücke für DJs und lässt Violinkonzerte remixen.

26
Sep

80 | Wach mit Streichholzkindern

Der Film beginnt mit Masturbation. Weiblicher Masturbation. Wären wir in den 80ern, hätten wir hier einen handfesten Skandal im Sperrbezirk. Wir sind aber in den modernen Zeiten. Die ja eigentlich schon mit Charlie Chaplin anfingen, aber manche Dinge brauchen Zeit - Hefeteig zum Beispiel. Carlotta filmt und masturbiert. Filmt sich beim Masturbieren. Kommt tonlos. Ausdruckslos. Dazwischen schnell geschnittene Videoschnipsel in 4 zu 3. Es wird artsy. C. spürt nichts mehr. Nicht einmal den eigenen Orgasmus. Aber sie will doch fühlen! Angst haben, um zu wissen, dass sie lebt. Wach bleiben, um zu wissen, dass es das noch gibt. Das high. Das pure Gefühl. Davon handelt Wach von Kim Frank. Eine kurze Charakterskizze der Generation Z. Einer Generation, wie zweite Geschwisterkinder. Alles schon gesehen, nichts schockiert noch.

19
Sep

79 | Der ästhetische Drive By

In der Musik ist die Stille genauso wichtig wie der Ton. Die Minimal Music hat dieses Konzept erforscht, John Cage in vier Minuten und dreiunddreißig Sekunden es hörbar gemacht. Oh Wonder hat den Minimalismus in die Pop-Musik gebracht. Und das Berliner Produktionstrio KitschKrieg. Die machen ihn jetzt hip. Schon der Projekttitel, KitschKrieg, lässt Rückschlüsse auf definierende Elemente zu. Den Kontrast, wie zwischen Gun`s und Rose`s, so zwischen Kitsch und Krieg. Die Flexibilität, Weite des Feldes, der Streufaktor. Kitsch und Krieg, das sind Wörter, die im Englischen und im Deutschen vorkommen. Und der Kontrast. Zwischen Kitsch und Krieg. Zwischen Trash und Kunst. Zwischen Ton und Stille.

30
Mar

38 | Rinderherz, von Milch umflossen

Noemi Nicolaisen beginnt am Anfang. Bei der Grundlage. “Luft, atmen” heißt ihr Kurzfilm, den mein Freund Kai Lietzke filmisch umgesetzt hat. Es geht um Emotionen. Aber eigentlich geht es um viel mehr als das. Eingelegte Kirschen in Gesichtern, Schokoküsse auf Lippen, benutzte Binden auf Pullovern. Rinderherz von Milch umflossen. Kai und sie haben mir viel erzählt, vom Davor, Danach und Dahinter. Von der tiefen Faszination für den Ekel, das Hässliche, vom impulsiven Erzählen.

27
Jan

22 | Ziemlich hippe Kolaparty bei Till

Hamburg ist die Hochburg der hippen Limos. CheriTea und Lemonaid, fritz-kola und Cucumis, alle in Hamburg abgefüllt und vermarktet. Bei so viel Auswahl steht man schon mal etwas verdattert gegen 1 im Kiosk Schulterblatt und fragt sich welche, nur sanft gekühlte, Erfrischung man nun die durstige Kehle hinunterspült. Der Klassiker (Coca), die günstigere, unbeliebtere und dadurch schon wieder irgendwie szenige Alternative (Pepsi), den Studi Standard (fritz), den schon etablierten Newcomer (Premium) oder doch lieber was ganz experimentelles. Solche Entscheidungen können schwer sein, denn sie beeinflussen maßgeblich den Verlauf der weiteren Nacht. In solchen Momenten müssen wir alle ein wenig enger rücken. Aufeinander aufpassen. Füreinander einstehen.

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