07
Feb

100 | Mischtonträger XIII

Ja wir sind jetzt alle krank nach dem Festival. Und Mixtape kam auch nicht pünktlich. War echt n anstrengender Januar. Deswegen diesen Monat nur eine pflichterfüllende Sammlung von n paar Tracks. Sorry, für mehr hat der Saft nicht gereicht. Im Februar wird’s hoffentlich rosiger…

10
Jan

95 | Kleine Gesten im Kleinen Saal

Gabriel Prokofiev ist ein großer Mann. Mit einem großen Namen. Prokofiev, Gesundheit. Das ältere Ehepaar, das schon nach dem String Quartet No. 1 flüchtet, hatte wahrscheinlich nur eben diesen Nachnamen im Programm gesehen. Prokofiev, Gesundheit. Über den wollte Gabriel Prokofiev sich lange Jahre nicht definieren lassen. Erst unter eigenem Label, nonclassical, traute er sich, unter seinem echten Namen zu veröffentlichen. Aber mit Sergei Prokofjew verbindet ihn auch nur die Verwandtschaft. Denn Gabriels Wohnung wird bewacht von der Avant-Garde, er ist Grenzschmuggler, Wanderer auf dem Grat, bestellt unermüdlich das Spannungsfeld zwischen Klassik und Elektronik, die sich sonst so konträr begegnen. Er schreibt klassische Stücke für DJs und lässt Violinkonzerte remixen.

08
Jan

94 | A man lost in time wie im KaDeWe

An den Kultfilm von Nicolas Roeg aus ‘76 schließt sich Lazarus an. Der irische Dramatiker Enda Walsh schrieb um eine Sammlung Bowie Songs ein Stück, das den Zwischenwelt-Aufenthalt eines Aliens und sein Hadern mit Menschheit und Sterblichkeit elaboriert. Das wirre Ergebnis war bis vor kurzem am Deutschen Schauspielhaus zu sehen und kam dem Film zumindest dahingehend nahe, dass alles eigentlich durchgehend auf 10g Kokain war und keine wirkliche Schirmung davon hatte, wo es sich gerade befindet. Ungefähr so wie Bowie nach eigener Aussage am Set von “Der Mann, der vom Himmel fiel”.

02
Jan

93 | Jahresendzeitsmischtonträger I

Neue Fehler reiten auf dem Sturm heran, der seit 8 und noch bis 6 mit dem Regen und den donnernden Lichtern tanzen sollte. Der erste Scheibenkopf lässt den Toten Editor ein Ave Maria vernehmen, das wie Billie Holiday, wenn sie sich ein Messer in die Bauchdecke drücken würde, durch die Nacht schallt. Für eine Nacht im Januar ist der Himmel weder mit Wolken voll noch wirklich leer. Sterne funkeln und ich und der Teufel sind alleine miteinander und dem Meth aus der Brandenburger Altmark. Am Rande einer Steilklippe steht der Lada mit dem Kennzeichen “33 GOD”, auf dessen Rückbank wir beide langsam high und zu den Herren dieses einsamen Strandes werden. Ein weißer Mustang rast vorbei und meine Fingerkuppen werden angenehm taub. Ist das hier das Ding? Ist das hier mein Abschied? Dieser alte Lada ist alles, was ich habe und es sind noch 78 Kilometer bis zur Stanley Bay.

29
Dec

92 | Notizen zu Lazarus (D)

Zusammen mit dem Iren Enda Walsh schrieb David Bowie kurz vor seinem Tod ein Musical, das an die Geschichte des Films “Der Mann, der vom Himmel fiel” von Nicolas Roeg anknüpfte, in dem Bowie die gleichnamige Hauptrolle spielte. Newton, auf die Erde gesandt um Wasser zu finden, verliebt sich, scheitert an der menschlichen Zivilisation und verweilt als Unsterblicher unter uns. Seine Dämonen verfolgen ihn, er bezwingt sie (vermeintlich) mit Gin und Frühstücksflocken. Am Deutschen Schauspielhaus aufgeführt als Spektakel in der Zwischenwelt, das sind die Notizen, komplette Kritik kommt die Tage. Aktueller Arbeitstitel: “A man lost in time wie im KDW”.

16
Dec

89 | Irgendwo ist da Hoffnung (Timmy)

Timmy glaubt nur, was er fühl’n kann. Wenn jemand Angst hat, dann sieht er’s ihm an. Timmy ritzt sich ein Kreuz in die Stirn. Er boxt mit dem Spiegel, bis er ohnmächtig wird. Timmy zerreibt Magnesium, mischt Mehl drunter und rührt es um. Destilliertes Wasser und Ethanol, durch einen Trichter in ein schwarzes Kondom.

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