16
Jan

96 | Fuck the Canon - Royal Academy Summer Exhibition

I was in London a while ago, staying for a few Days. It was rainy and cold for the first time in months, which, while I enjoyed the more normal London climate very much, made being outside uncomfortable, so we went to see the 250th Royal Academy Summer Exhibition. It was a revelation.

10
Jan

95 | Kleine Gesten im Kleinen Saal

Gabriel Prokofiev ist ein großer Mann. Mit einem großen Namen. Prokofiev, Gesundheit. Das ältere Ehepaar, das schon nach dem String Quartet No. 1 flüchtet, hatte wahrscheinlich nur eben diesen Nachnamen im Programm gesehen. Prokofiev, Gesundheit. Über den wollte Gabriel Prokofiev sich lange Jahre nicht definieren lassen. Erst unter eigenem Label, nonclassical, traute er sich, unter seinem echten Namen zu veröffentlichen. Aber mit Sergei Prokofjew verbindet ihn auch nur die Verwandtschaft. Denn Gabriels Wohnung wird bewacht von der Avant-Garde, er ist Grenzschmuggler, Wanderer auf dem Grat, bestellt unermüdlich das Spannungsfeld zwischen Klassik und Elektronik, die sich sonst so konträr begegnen. Er schreibt klassische Stücke für DJs und lässt Violinkonzerte remixen.

08
Jan

94 | A man lost in time wie im KaDeWe

An den Kultfilm von Nicolas Roeg aus ‘76 schließt sich Lazarus an. Der irische Dramatiker Enda Walsh schrieb um eine Sammlung Bowie Songs ein Stück, das den Zwischenwelt-Aufenthalt eines Aliens und sein Hadern mit Menschheit und Sterblichkeit elaboriert. Das wirre Ergebnis war bis vor kurzem am Deutschen Schauspielhaus zu sehen und kam dem Film zumindest dahingehend nahe, dass alles eigentlich durchgehend auf 10g Kokain war und keine wirkliche Schirmung davon hatte, wo es sich gerade befindet. Ungefähr so wie Bowie nach eigener Aussage am Set von “Der Mann, der vom Himmel fiel”.

29
Dec

92 | Notizen zu Lazarus (D)

Zusammen mit dem Iren Enda Walsh schrieb David Bowie kurz vor seinem Tod ein Musical, das an die Geschichte des Films “Der Mann, der vom Himmel fiel” von Nicolas Roeg anknüpfte, in dem Bowie die gleichnamige Hauptrolle spielte. Newton, auf die Erde gesandt um Wasser zu finden, verliebt sich, scheitert an der menschlichen Zivilisation und verweilt als Unsterblicher unter uns. Seine Dämonen verfolgen ihn, er bezwingt sie (vermeintlich) mit Gin und Frühstücksflocken. Am Deutschen Schauspielhaus aufgeführt als Spektakel in der Zwischenwelt, das sind die Notizen, komplette Kritik kommt die Tage. Aktueller Arbeitstitel: “A man lost in time wie im KDW”.

26
Nov

87 | Der exaltierte Voyeur

Wer nicht, wie wir, die Ausstellung von Innen nach Außen begeht, sondern vom Eingang aus, der wird von der Transparent City Serie begrüßt. Eins der ersten Bilder zeigt eine nächtliche Skyline. Und ist an Austauschbarkeit kaum zu überbieten. Desktop-Hintergrund-Fotografie. Spätere Bilder werden stärker. Aufnahmen von Glas-Hochhäusern, direkt von gegenüber. Daneben, stark vergrößert, einzelne Portraits einzelner Bewohner. Entstanden durch extreme, digitale Vergrößerung. Ein erster Versuch der Charakterisierung. Der jedoch am fehlenden Kontext scheitert. Es wird keine Lebensgeschichte erzählt. Kein Blick in die Wohnung gewährt, die Personen hängen oft neben Bildern, in denen sie gar nicht zu finden sind.

17
Jun

61 | Schriftzeichen aus Stahlbeton (VRHAM)

Wir betreten das VRHAM Festival durch einen dumpfen Tunnel. Achtung, Zitat: “Virtual reality is like dreaming with your eyes wide open”. Das “Open” leuchtet uns in geschlungen-orangen Leuchtbuchstaben entgegen. Willkommen in der neuen Realität, es ist offen. Und umsonst. Und noch leer. Denn es ist Eröffnungstag. Wir haben uns extra beeilt, hatten auf Konfetti und Banddurchschneiden, wie sie das mit den neuen IPhones immer machen, gehofft. Oder auf Goodie-Bags. Warum gibt es eigentlich keine Goodie-Bags mehr auf Geburtstagen, so wie das früher immer war? Links die Bar mit hippen Limos und Weißweinchen, Rechts ein blau erleuchtetes Zimmer im Biedermeierstil, in dem schon die Ersten in das hineinstarren, was wohl bald die Welt so stark verändern wird, wie einst das Feuer. Tief hinein starren sie, in die virtuelle Realität. Gott sei Dank starrt noch nichts zurück. Prometheus brachte dem Menschen einst das Feuer. Und ich bringe diesen Bericht vom VRHAM! Virtual Reality & Arts Festival:

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