17
Mar

109 | Worüber es sich zu reden lohnt

Das Reden über Kunst ist eine Kunst für sich. Meistens lohnt es sich auch gar nicht. Weil die Wenigsten in der Lage sind, tatsächlich über Kunst zu reden. Sie reden lieber um Ulm und um Ulm herum. Was das Reden über Kunst häufig trübt, das ist das Missverständnis. Nicht etwa zwischen den Gesprächspartnern. Sondern über das Thema selbst. Ein Missverständnis, das nicht entsteht sondern von Anfang an da ist. Ein Missverständnis darüber, über welchen Teil der Kunst es sich eigentlich zu reden lohnt. Und über welchen eben nicht.

14
Mar

108 | Plastiktüten, Eigenverantwortungsmythen

Es ist ein Thema, das mich schon eine Weile beschäftigt, aber mir seit dem Beginn der Fridays For Future Demos nochmal diskussionsbedürftiger erscheint: Die persönliche Eigenverantwortung, die vielen Anhängern einer politischen Bewegung zugesprochen wird - von innen und von außen.

19
Sep

79 | Der ästhetische Drive By

In der Musik ist die Stille genauso wichtig wie der Ton. Die Minimal Music hat dieses Konzept erforscht, John Cage in vier Minuten und dreiunddreißig Sekunden es hörbar gemacht. Oh Wonder hat den Minimalismus in die Pop-Musik gebracht. Und das Berliner Produktionstrio KitschKrieg. Die machen ihn jetzt hip. Schon der Projekttitel, KitschKrieg, lässt Rückschlüsse auf definierende Elemente zu. Den Kontrast, wie zwischen Gun`s und Rose`s, so zwischen Kitsch und Krieg. Die Flexibilität, Weite des Feldes, der Streufaktor. Kitsch und Krieg, das sind Wörter, die im Englischen und im Deutschen vorkommen. Und der Kontrast. Zwischen Kitsch und Krieg. Zwischen Trash und Kunst. Zwischen Ton und Stille.

12
Aug

73 | Gott wohnt in Barmbek

Irgendwie beruhigt es mich, dass Gott doch einen weißen Bart hat. Auch das mit dem blauen Pulli passt soweit. Das mit den Regenschirmen. Na ja, er müsste es ja an sich am besten wissen. Vielleicht als Tarnung. Oder ein Witz mit sich selbst. Gott würfelt vielleicht nicht. Aber Witze macht er bestimmt. Die in der Kirche haben mir immer auf meine Frage, wo Gott denn wohnen würde, geantwortet, dass er in uns allen lebt. Und in den Dingen. Und Pflanzen. Und Tieren. Eine Weile lang hat er nicht so gerne in den Homosexuellen gewohnt. Aber die Zeiten sind längst vorbei. Und die in der Kirche haben halt auch keine Ahnung von Gott. Weil ich weiß wo Gott wohnt. Gott wohnt in Barmbek.

22
May

54 | Leben ist tödlich

Ein Jeder, der eben jene Shell-Tankstelle an diesem Vormittag zwischen 12.32 Uhr und 12.35 Uhr betrat, sollte viele Jahre später dem inzwischen gefährlichsten Sternzeichen zum Opfer fallen. Denn der Krebs, der von eben jener Shell-Tankstelle zwischen 12.32 Uhr und 12.35 Uhr verursacht wurde, war Einer, von der Sorte: Stadtreinigung am ersten Wintertag. Er streut. Eben jene Shell-Tankstelle hatte sich an eben jenem Vormittag in eine Todesfalle verwandelt. Vielleicht kommen die Krankheiten ja daher, genau weiß das ja sowieso keiner. Zu dem Thema Sternzeichen übrigens: Bis ins späte 17. Jahrhundert hinein liefen besonders “Jungfrauen” Gefahr von Drachen gefangen genommen und von, in total sexistischen Rollenbildern gefangenen, Rittern befreit zu werden nur um danach den Göttern geopfert zu werden, damit sie den Rittern doch bitte die blöden Drachen vom Hals halten. Heute riskiert man als Jungfrau nur noch von Dr. Sommer beraten zu werden.

21
Apr

43 | Wie man Computer ausschaltet

Wenn du in einem Labyrinth bist, dann musst du immer der rechten Wand folgen. Dann findest du raus. Physikalische Eigenschaften sind etwas sehr Beruhigendes, da immer gleich, da berechenbar. Mitten in den Windungen deines Neocortex gehst du flöten. Es ist eine schräge Vorstellung, genauso schräg wie der Gedanke, dass wir schon mehr vom Universum erforscht haben als vom Ozean, wo der doch direkt vor unserer Haustür liegt. Man müsste sich doch selber am besten kennen. Eigentlich. Der Geist ist Herr über den Körper. Oft denke ich: Angst davor zu haben, dass sich der Körper verirrt, ist maßlos übertrieben. Manchmal denke ich: Angst davor zu haben, dass sich der Geist verirrt, das ist angebrachter.

24
Mar

36 | #DeleteTheInternet

Ich war ja nie auf Facebook. Das war mir immer zu vollgemüllt mit Menüs und Unterseiten. Und so richtig verstanden was ich da nun genau machen soll hab ich auch nie. Aber auch ohne mich ist Facebook das größte Soziale Netzwerk des Planeten. Von Mark, gegründet nachdem er einen Weg gesucht hatte, seine Frustration über die Abweisung von Frauen zu verarbeiten. Mit einem Netzwerk in dem Frauen nur aufgrund ihres Aussehens bewertet werden können. Hätte jetzt auch Tinder werden können, wurde dann aber Facebook.

26
Feb

29 | #Fuckzelerationalismus

Der Akzelerationalismus, eigentlich #akzelerationalismus, aber wir folgen auf diesem Blog keinen Trends, ist eine hippe, neue Philosophie, die den ollen Ökolinken aus dem Strickpulli holt auf, dass er sich endlich das neue Iphone kauft und sein Home endlich smart werde. Mit rund 20 Jahren Inkubationszeit aus der Londoner Technokultur der 90er entstanden, sich auf eine Vielzahl an popkulturellen Phänomenen beziehend, 2013 erstmals durch Armen Avanessian mit einem 90-seitigen Manifest ausgestattet ist der Akzelerationalismus eine Philosophie die vorallem an den Kunsthochschulen gut ankommt und die selben aus den Feuilletons der einschlägigen Zeitungen und Magazinen verdrängt. Dort ist die Bereitschaft für Neues, noch nicht ganz Verständliches einfach größer.

05
Feb

25 | Schiller, Stalin und das LSD

Wenn ein Salvator Mundi, für dessen Echtheit wirklich nicht verbürgt ist, eine halbe Milliarde wert sein soll . Wenn das Original wohl gar nicht so Original ist und wahrscheinlich viel mehr das Werk von fähigen Restauratoren und unfähigen Schülern als das des Genies. Wenn, obwohl sowieso alles Kunst ist heutzutage selbst die Dinge, die wirklich Kunst sein sollten, also im Sinne der Definition über den Geniegedanken und die Kunstfertigkeit, gar nicht so Kunst sind wie sie scheinen. Dann ist der Kunstbegriff in Gefahr. Und damit auch unsere Freiheit. (Anmerkung des Autors: Gegen Ende dieses Essays erfolgt ein Aufruf zum Konsum von illegalen Substanzen. Diesen bitte nicht als tatsächlichen Aufruf zum Konsum von illegalen Substanzen verstehen. Wie so Vieles ist auch das symbolisch.)

18
Dec

15 | Wann leben nach Guntram Vesper

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