21
Dec

90 | Männer mit Handschuhen

- Könnte ich wohl ‘mal Feuer bekommen?

- Ja, ‘n Moment eben - hab’ sogar echtes.

- Wie echtes? Zippo jetzt oder was?

- Mhm.

- Hab ich auch eigentlich. Aber ist irgendwie immer das Benzin leer und dann nimmt man halt doch ein Gas mit und dann hat man ja sowieso das dabei, da brauch man dann ja das Zippo nicht mehr mithaben.

- Mhm, bei mir auch immer.

- Ist halt einfach ne Stilsache.

- Eben, nimmst mir die Worte von der Zunge.

- Ja, schon so’n bisschen das Gegenteil von so ‘ner E-Zigarette.

- Voll schwul die Teile.

21
Jun

62 | Ein Hakenkreuz auf Thüringen

Als ich Jörg K. (Name redaktionell geändert) im Café nahe der Speicherstadt treffe, hat er immer noch tiefe Ringe an den Augen, obwohl der Vorfall nun schon 2 Jahre tief in der Vergangenheit vergraben liegt. Er trägt einen unauffälligen Sweater und eine generische Soft-Shell-Jacke von Lidl darüber. Er möchte nicht erkannt werden, sagt er. Er ist jetzt im Zeugenschutzprogramm sagt er. Das ist heute wirklich Ausnahme sagt er.

19
May

53 | Der lachsrosa Herr mit der Kaffeetasse

Der Herr, der da meinen Cappucino zubereitet, ich weiß: Er ist der Inhaber. Ich kann nicht sagen, woher ich das weiß, aber ich wusste es sicher. Ich hatte ihn hier zuvor noch nicht gesehen. Er trägt lachsrosa Hemd, blonde Haare nach hinten und hat diese ganz glatte, straffe Haut, die reiche Menschen manchmal einfach haben. Er erinnert mich ein wenig an Hannibal Lecter. Oder an den Vater, von einem Mädchen, das einmal in meiner Klasse war, wobei ich ihren Vater noch nie gesehen hatte, ich hatte nur das Gefühl, dass er so aussehen müsste.

30
Mar

38 | Rinderherz, von Milch umflossen

Noemi Nicolaisen beginnt am Anfang. Bei der Grundlage. “Luft, atmen” heißt ihr Kurzfilm, den mein Freund Kai Lietzke filmisch umgesetzt hat. Es geht um Emotionen. Aber eigentlich geht es um viel mehr als das. Eingelegte Kirschen in Gesichtern, Schokoküsse auf Lippen, benutzte Binden auf Pullovern. Rinderherz von Milch umflossen. Kai und sie haben mir viel erzählt, vom Davor, Danach und Dahinter. Von der tiefen Faszination für den Ekel, das Hässliche, vom impulsiven Erzählen.

23
Oct

4 | Interview mit Astrid Henn

UP
Dieser Blog verteilt (kaum) Cookies. Für weitere Infos zu Verwendung und Opt-Out siehe: Datenschutz NO OK