13
Mar

107 | Weihnachten in Flip-Flops (Fridays For Future)

“Also der versucht da diese Finka auf Panama zu verkaufen. Erzählt denen dann immer, ja, da lebst du besser, das verträgt sich auch suuper mit einem veganen Lebensstil. Und wenn das nicht zieht, dann macht er den Leuten Angst. Sagt dann immer, ja der Wasserstand steigt ja auch, Klimawandel usw. Denk an deine Kinder, also iich, ich hab ja keine.” Wir sitzen in der Karoecke, ich schreibe, Kira liest, es ist Montag. Vor 3 Tagen war ich auf der Fridays For Future Demo in Hamburg und habe berichtet. Neben mir reden Zwei aus der Generation, der so viel vorgeworfen wird, über die Finka in Panama. Und über die letzte Demo. Ob das so gut ist. Na Hauptsache, die Kinder machen was.

10
Mar

106 | Der Liftboi*

Wenn die Tür aufgeht, dann tanzt er längst. Die Deckenlampen haben sie extra mit Sandwichkarton abgedunkelt, eigentlich sollte da auch Nebel sein. Aber Brandschutz und so. Ein kleines Stroboskop ist mit Kabelbindern im Fahrstuhl am Handlauf befestigt. Nach einer Stunde habe ich ihn abgemacht. Du siehst den ja nur 23 Sekunden. So lange dauert es aus dem UG in den Sechsten. Ich hab das mitgezählt. Beim ersten Weg nach oben. Damit ich weiß, wie lange ich dich entertainen muss. Ich seh’ den Strobo die ganze Zeit. Nervt irgendwann.

04
Mar

105 | Wir essen ihre Kunst

Der Sylvesterabend war schon immer das große Versprechen davon, dass alles anders werden kann. Ein Tag, der sich selbst in den Schwanz beißt. Irgendwo zwischen den Jahren. Ich mag dieses Wort. Diesen Satz. Zwischen den Jahren. Er lässt Jahre weniger wie Maße der Dinge und mehr wie Dinge selbst wirken. Dinge, zwischen denen Raum sein kann. In dem es gar keine Termine und Uhrzeiten geben kann. Weil kein Jahr da ist, in dem sie sein könnten. Zwischen den Jahren, dieser eine Tag, von dem wir glauben, er könnte den Unterschied machen. Blei wird geschmolzen (verbotener Weise) und fällt zischend in die eine Porzellanschale, die eh nicht so gut ist. Ein Windhund - sagt das beigelegte Heft und Oma. Das neue Jahr wird laufen.

24
Feb

103 | Mikail Akar in Nissis Kunstkantine

Ich hatte die letzten Tage ja häufiger über diese Ausstellung mit Leuten geredet. Immer ein bisschen Meinung verbreitet. Ist ja schon kontrovers. Ein 6-Jähriger, der mehr verdient als du. Da fühlen sich viele schnell auf den Wollschal getreten. Aber ich war noch nicht selber da gewesen. Mittwoch dann doch ganz spontan mit Kai. Und es war, wie zu erwarten, eine Ausstellung, die kontrovers diskutiert werden konnte. Mit Kai. Mit Nissi, der Galleristin. Und eine Ausstellung, über die diskutiert werden kann, ist meiner Meinung nach immer eine gute Ausstellung. Weil sie die Möglichkeit bietet, das Bekannte zu überdenken. Und das ist etwas, das ich (und viele andere auch) von guter Kunst scheinbar erwarten.

20
Feb

102 | ABC-Festival, der Samstag

11:17
K: “Hallo Johannes, hier ist Kai. Ich steh gerade mit circa 20 Leuten vor der Fabrique. Wo bist du gerade.”
J: “Bett.”

12:09
Wir haben noch 2 Stunden, dann ist Vernissage.

12:17
Sina bringt ihre Tierköpfe vorbei. Die waren gestern noch in Braunschweig.

12:45
So zwei Heinis helfen uns beim Aufbau und wollen dann Freibier danach. Wir denken uns easy. Aber die hatten Hausverbot, erfahren wir später.

12:51
Marlon und Malte sind da. Und haben noch zwei Leinwände dabei. Oh. Und eine Neonröhre mit Wackelkontakt und Betonfuß. Oh oh.

13:21
Ich hänge jetzt hinter der Schreibmaschine und tippe für alle Sachen noch schnell so kleine Schildchen.

13:33
Die Betonleuchte hat keinen Wackelkontakt mehr. Wir treten gegen. Es passiert nichts. Wir sind jetzt traurig.

13:59
Wir sind never ever um 14 Uhr durch.

17
Feb

101 | ABC-Festival, der Freitag

11:03 J: “Jo, Kai, ich bin ein bisschen später, willst du auch einen Kaffee” K: “Bin auch etwas später” J: “Aber willst du jetzt einen Kaffee oder nicht?” K: “Bin so ne Dreiviertelstunde später” J: “Ja dann nicht, da wird der kalt” 11:31 Ich spüle. Habe neue Spülschwämme und Spülmittel und (irgendwie leicht feuchte) Lappen mitgebracht. 11:49 Kai ist jetzt da. 13:57 Till ist jetzt da. 14:03 Die fahren jetzt Beleuchtung holen.

01
Feb

99 | ABC-Festival, der Donnerstag

17:03
“Schrauben und Dübel seh ich hier nicht.”

17:29
Carsten zeigt uns das MOM. Wir hätten auch sehr gerne saubere Wände und Tageslicht. Wir haben kostenlosen Weißwein.

17:56
Lenni und Daniel basteln ein bisschen an der Technik.

18:23
Wir gehen zu Karstadt und kaufen ein: Stempelkissen, Moosgummi (für den Stempel).

18:29
Wir gehen zu Claas Olson und kaufen: Straßenmalkreide.

18:36
Wir gehen zu Idee und kaufen: alle Architektenklammern.

31
Jan

XX | Nordsee

Spoiler

16
Jan

96 | Fuck the Canon - Royal Academy Summer Exhibition

I was in London a while ago, staying for a few Days. It was rainy and cold for the first time in months, which, while I enjoyed the more normal London climate very much, made being outside uncomfortable, so we went to see the 250th Royal Academy Summer Exhibition. It was a revelation.

10
Jan

95 | Kleine Gesten im Kleinen Saal

Gabriel Prokofiev ist ein großer Mann. Mit einem großen Namen. Prokofiev, Gesundheit. Das ältere Ehepaar, das schon nach dem String Quartet No. 1 flüchtet, hatte wahrscheinlich nur eben diesen Nachnamen im Programm gesehen. Prokofiev, Gesundheit. Über den wollte Gabriel Prokofiev sich lange Jahre nicht definieren lassen. Erst unter eigenem Label, nonclassical, traute er sich, unter seinem echten Namen zu veröffentlichen. Aber mit Sergei Prokofjew verbindet ihn auch nur die Verwandtschaft. Denn Gabriels Wohnung wird bewacht von der Avant-Garde, er ist Grenzschmuggler, Wanderer auf dem Grat, bestellt unermüdlich das Spannungsfeld zwischen Klassik und Elektronik, die sich sonst so konträr begegnen. Er schreibt klassische Stücke für DJs und lässt Violinkonzerte remixen.

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